Deutsche Pokalmeisterschaften für Verbandsklassen 2017

Während andere am Männertag feierten, machten sich Sandra, Lisa und Lea zusammen mit Ulli und Reno zu früher Stunde (5.30 Uhr) auf den Weg nach Fröndenberg/Ruhr bei Dortmund. Dort fanden an diesem Wochenende die Deutschen Pokalmeisterschaften für Verbandsklassen statt. Nach ca. 6,5 Stunden, bei schönem Wetter und ereignisloser Fahrt erreichten wir das Ziel.

Nachdem im letzten Jahr unerwartet der 2. Platz in der Spielklasse Damen B erreicht wurde, mussten unsere Mädchen dieses Jahr bei den Damen A ihre Klasse unter Beweis stellen. Dass das schwierig werden würde, war allen klar, doch kampflos wollte sich niemand geschlagen geben.

Um 14 Uhr starteten wir gegen die Vertretung von der TTG Neckarbischofsheim (BaTTV) ins Turnier und es sollte gleich ein spannendes und nervenaufreibendes Spiel werden. Fünf der sieben Spiele gingen in den 5. Satz, wovon 3 gewonnen werden konnten. So endete auch das siebte Spiel mit einem 12:10 im 5. Satzfür uns äußerst knapp und auch etwas glücklich und wir konnten nach über 2,5 Stunden den ersten Sieg bejubeln.  Herauszuheben war hier der 3:2-Sieg von Lea, nachdem sie im 5. Satz bereits mit 3:9 im Rückstand gelegen hatte. Respekt!!

Zeit zum Verschnaufen blieb kaum, sollten wir doch 17 Uhr gegen TV 1891 Bürstadt aus Hessen antreten. Vielleicht war die Zeit zu kurz, denn in den ersten beiden Spielen lief für uns überhaupt nichts. Erst Lea konnte im 3. Spiel den ersten Punkt verbuchen. Im Doppel lief nicht wirklich viel zusammen, so dass auf der Bank schon mit einer Niederlage gerechnet werden musste. Dann drehte sich plötzlich das Spiel und Sandra begann plötzlich die Bälle, die vorher reihenweise im Nirgendwo verschwanden, zu treffen. Mit einem nicht mehr für möglich gehaltenen 3:2, holten wir uns den Ausgleich.  Jetzt war die Hoffnung zurückgekehrt und Sandra sollte gegen die generische Nummer 1 antreten. Gehandicapt durch eine leichte Verletzung im Schlagarm aus dem ersten Spiel, kämpfte sie sich nach 0:2 Satzrückstand noch bravourös zu einem starken Sieg. Jetzt hatten wir das Momentum auf unserer Seite und Lisa könnte mit einem erneuten Erfolg den Sieg für uns klarmachen. Wie konnte es auch anders sein, ging das Spiel wieder in den 5. Satz. Dieser war dann allerdings eine klare Angelegenheit für Lisa und wir konnten damit das Spiel mit 4:2 gewinnen.  Die Freude war groß, kamen wir doch zu der Erkenntnis, dass wir auch bei den Damen A mithalten konnten.

Nach einem ausgedehnten Abendmahl in unserer Unterkunft und reichlich guter Laune, ging der anstrengende Tag zur Neige. Viel Zeit zum Feiern blieb aber nicht, ging es am nächsten Tag doch bereits um 9.30 Uhr mit dem nächsten Spiel weiter.

Hier sollte uns mit dem TV 1921 Hofstetten (ByTTV) die topgesetzte Mannschaft unserer Gruppe gegenüberstehen. Waren die gestrigen Spiele eher als Pflichtaufgabe zu bewerten, würde man nun sehen, wo unsere Mannschaft leistungsmäßig wirklich steht. Hofstetten wurde bisher ihrer Favoritenstellung
vollauf gerecht, hatten sie doch gestern den an zwei gesetzten SSV Schönmünzach mit 4:2 souverän geschlagen.


Entsprechend dieser Vorgeschicht hatten unsere Mädchen nichts zu verlieren und gingen frohgemut in die Spiele. Bereits nach den ersten Ballwechseln war klar, dass wir uns nicht zu verstecken brauchten. Mit tollem Kampfgeist und gutem Spiel verschafften sie sich viel Respekt beim Gegner. Der Spielstand wogte hin und her und es war nicht abzusehen, welche Mannschaft am Ende als Sieger vom Tisch gehen würde. Lisa war es dann vorbehalten, im 7. Spiel anzutreten und vielleicht für eine faustdicke Überraschung zu Sorgen.  Mit ihrer ruhigen Art und

zugegebener Maßen reichlich Glück gelang es ihr, ihre immer nervöser werdende und durchaus erfahrenere Gegnerin in Schach zu halten. Der Jubel und die Freude auf unserer Seite war dementsprechend groß. An dieser Stelle muss ich allen Mädels ein großes Kompliment machen. So wie sie in den entscheidenden Situationen ruhig und abgeklärt bleiben, ist das schon sehr beeindruckend. Davon könnten sich einige Herren des Vereins mal eine Scheibe abschneiden. ?

Mit nun drei Siegen hatten wir ungeschlagen die Tabellenführung übernommen. Das war vor dem Turnier überhaupt nicht zu erwarten gewesen und nährte die Hoffnung auf das Viertelfinale.

Mit dem SSV Schönmünzach erwartete uns im letzten Gruppenspiel ein sehr unbequemer Gegner. Äußerst motiviert und mit einer sehr guten Abwehrspielerin und einer 11jährigen Bundeskaderspielerin in ihren Reihen, traten sie in ihrer besten Besetzung gegen uns an. Vielleicht lag es an der hohen Belastung der letzten Tage und Stunden (die Gegnerinnen hatten bis dahin ein Spiel weniger in den Beinen) oder an der unbequemen Spielweise, jedenfalls fanden unsere Mädchen nie zu ihrem Spiel. Nachdem einzig Lisa ein Spiel für sich verbuchen konnte, ging das gesamte Spiel mit 1:4 verloren. Man konnte unseren Mädchen keinen Vorwurf machen. Sie kämpften wirklich um jeden Ball, aber manchmal will einfach nicht viel gelingen.

Nun waren wir in einer komischen Situation. Einerseits waren wir froh über das Erreichte und mit drei Siegen sollte man normalerweise auch weiterkommen, aber während wir unsere Siege hart erkämpfen mussten, hatten Schönmünzach und Hofstetten nicht so viel Mühe mit ihren Gegnerinnen gehabt. Alle hatten jetzt jeweils eine Niederlage zu Buche stehen, aber wir das bei Weitem schlechtere Spielverhältnis. Da die letzten Gruppenspiele unserer Konkurrenten erst am Samstag angesetzt waren, blieb uns nicht anders übrig, als tatenlos die anderen Spielausgänge abzuwarten.

Nach einer kurzen Verschnaufpause in der Unterkunft, wollten wir nun aber auch was von der Umgebung sehen und sind zu einem kleinen Stadtbummel nach Dortmund aufgebrochen. Dort genehmigten wir uns ein wohlverdientes Eis und auch ein Abstecher zum Westfalenstadion durfte nicht fehlen. Wieder in der Unterkunft angekommen, wurde der Pizzaservice in Anspruch genommen und der Abend in gemütlicher Runde mit vielem Lachen und guter Laune abgerundet.

Die entscheidenden Gruppenspiele fanden am Samstag erst um 13 Uhr statt. Mit bangen Blicken verfolgten wir den Verlauf der Spiele und es war schnell klar, dass sie nicht zu unseren Gunsten verlaufen sollten. Am Ende siegten unsere Konkurrenten um das Viertelfinale sehr souverän, sodass kam, was schon vermutet wurde. Die Enttäuschung war trotzdem ziemlich groß! Wir sind mit einer Niederlage und aufgrund des schlechteren Spielverhältnisses „nur“ Gruppendritter geworden und mussten die Heimreise antreten.

Trotzdem, ihr habt alle toll gespielt, euch als wahres Team präsentiert und unser Bundesland würdig vertreten. Die Erfahrungen, die ihr hier gemacht habt, werden euch in eurer Entwicklung sicher weiterbringen und für die anstehenden Aufgaben in der starken Oberliga nützlich sein. Ich bin stolz auf euch!

Reno